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Schnee-Weekend, Lenzerheide.

Abseits der Pisten.
[ds] Abseits der Pisten. Berge im Osten, Berge im Westen, Berge im Süden. Auch im Norden wird es welche haben, aber in dieser Richtung verwährt und die Fassade des Hotels den Blick. Na ja, eine anständige Sonnenterrasse gehört auch an die Südseite. Der Ort heisst offensichtlich nicht zufällig „Valbella“. Apropos: „There are no coincidences, only the illusion of coincidence.“ V in V for Vendetta. Nicht so wichtig... Wir sind in guter Gesellschaft: Sonnenschein, Backgammon, allerhand Gesprächsstoff, eine Virtuosin, nicht nur im frech Grinsen und im Servieren von reichhaltigen Bündtnerplatten, sondern ebenso punkto Spieltaktik; alles in der Familie erprobt und an uns weiter vermittelt. Zitat: „Sie kommt alle zehn Minuten,“ und schaut zum Rechten. Da fehlt (fast) nichts. Der Rest des Nachmittags ist schnell zusammengefasst: Insidertipps und nordländische Bekanntschaften führen uns aufs und ins Wasser (Segeln und Tauchen). Ich verspare euch die ausführliche Version! Dennoch: Spaziergänge, Architektur, zwei Altherren „am Spiaglä“, Gespräche über dunkle Filme und Schauspielerinnen, die einen auf unergründbare Weise in ihren Bann ziehen, ein Amerikanischer Cowboy in einem Schweizer Postauto. „Das isch e Meitlischlag!“ Dort finden wir also keine Liege für die Nacht. Also eine Absatzkehre, Treppe wieder hinab und neben Familie mit der Dame im kurzen pinkernen Minirock, links. Danach: Spaghetti, Kuchen, Früchte, Wein, Käse, Brot und Oliven. Kartenspiele, Erinnerungen an den letzten Kindergeburtstag und „Black Stories“ vor einer weissen Nacht... Dann schliessen sich die Türen. Einige für eine ganze Nacht lang, andere öffnen sich unter dem Druck kalter Finger, fremder AttentäterINNEN. Aus meiner Perspektive ganz klar ein Wochenende fernab aller Pisten. Von den Ereignissen auf dem weißen Nass, sollen diejenigen erzählen, die etwas darüber zu berichten wissen. Zum Schluss noch dies: Bisher waren meine Assoziationen zum Begriff Schnee in etwa folgende: „Zarten Flocken, die sanft vom Himmel fallen und deren kristallene Vollkommenheit auf meinem warmen Gesicht langsam verwässert. Lustig, zu versuchen, sie mit offenem Maul aus der Luft zu schnappen oder an kalten Fensterscheiben das Wachsen von Eisblumen zu beobachten. Schneeflocken können auch pieksen, wenn die Augen nicht geschlossen sind.“ Nicht nur reine Träumerei, sondern Eindrücke und Erfahrungen. Letztere sind eben erst um eine weitere bereichert worden. „Hartkantig, kugelig, grau schmierig, mit Abgasen kontaminiert und erschreckend kalt.“ Ja, auch das ist Schnee (oder Matsch) und dieser dringt in meine wohlig warme, kuschelige Schlafsackidylle. Drei Eis-Feen zerren mich jäh in die klirrende Schreckhaftigkeit des Morgens. Den Matsch aus Nase und Mund hervor getrieben, Resten aus dem Schlafsack und von der Matratze gewischt, drehe ich mich um, schlafe ich mit einem eisigen Lächeln auf den Lippen nochmals ein. Ich erinnere mich: „ Eines Tages, möglicherweise jedoch nie, werde ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitten.“ Don Corleone.

Kategorie: News